Gebäck, Glühwein und Trompetenklänge

Klein und heimelig: Weihnachtsmärkte in Nordenstadt und Erbenheim erfreuen sich großer Resonanz

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Weihnachtliche Klänge bieten die "Palettis".wita/Müller

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Adventszeit ist Backzeit: Selene Scappini, Christa Kreis und Silke Schönberger (von links) vom Backstubenteam stellen mit den Kindern Lebkuchen her. RMB/Kubenka

Vom 08.12.2008

NORDENSTADT/ERBENHEIM Zwei kleine, aber sehr feine Weihnachtsmärkte trumpften mit großer Anziehungskraft auf: In Nordenstadt rund ums Gemeinschaftszentrum und an der Erbenheimer Warte herrschten dichtes Gedränge.

 Von Birgit Weidner

Als vorweihnachtlicher Treffpunkt schlechthin gilt der Weihnachtsmarkt in Nordenstadt. Rund um das Gemeinschaftszentrum in der Turmstraße drängelten sich die Menschen derart, dass zeitweise kein Durchkommen war.

Ortsvorsteher Rainer Pfeifer eröffnete den 14. Weihnachtsmarkt mit dem Kinderchor der evangelischen Kirche gleich nach der Vormittagsmesse. Und bis in die Dunkelheit hinein feierten sodann bei Jagertee, Norschter Schädelspalter oder heißem Apfelwein viele Gruppen, Familien und Freunde den zweiten Advent.

Turmblasen zum Finale

Hobbykünstler boten zudem Kerzen, Teddybären, Christbaumschmuck, Keramik oder weihnachtliche Gestecke. Der Förderverein der Nordenstadter Grundschule verkaufte selbst Gebasteltes und Lose zugunsten der Schulbetreuung. Die Landfrauen brutzelten Kartoffelpuffer und backten mit Kindern Plätzchen. Der Musikverein Nordenstadt spielte Weihnachtslieder. Der Nikolaus war da. Das Turmblasen mit dem Bläserkreis des Wiesbadener Knabenchors beendete später den Weihnachtsmarkt. Auch hatte den ganzen Tag das Heimatmuseum mit der Sonderausstellung "Räuchermännchen" geöffnet.

Was ist denn das Besondere am Nordenstadter Weihnachtsmarkt? "Er ist so heimelig und familiär", meinte Annegret Pflug vom Organisatorenteam. "Die Leute kennen sich und bringen Freunde mit. Die Resonanz ist immer sehr gut. Die Nachfrage nach Standplätzen ist auch immer größer als das Angebot." Großen Spaß hatte auch die Nordenstädterin Manuela Streek-Debus. "Am schönsten ist hier die Geselligkeit. Man trifft Leute, die man selten sieht, man kommt ins Gespräch. Auch mit Kindern kann man gut hier her kommen."

Geselligkeit an der Warte

An der Erbenheimer Warte ging es in punkto Geselligkeit ähnlich zu. Noch vor der offiziellen Eröffnung durch Klaus Lehne von der Gesellschaft für Heimatgeschichte Kastel hätte kaum noch eine "Maus Platz gefunden". Die ganze Siedlung Fort Biehler schien der Einladung der Freunde der Erbenheimer Warte sowie der Gesellschaft für Heimatgeschichte Kastel gefolgt zu sein. Zum vierten Mal schon gaben die "Wartturm-Eltern" Erna und Hermann Leicht ihr Bestes, luden zu weihnachtlichen Trompetenklängen mit dem Concordia-Bläserquintett, zu Chorgesang von den "Palettis", zu Kuschfahrten und natürlich zu Glühwein und Gebäck.

Ständig sah man Erna Leicht mit einem voll geladenen Tablett durchs Gedränge huschen. Viele Ehrengäste vergnügten sich am mittelalterlichen Wartturm und sprachen dem Weihnachtsmarkt ein großes Lob aus. "Ursprünglich war das Fest als Turmblasen, so wie früher, gedacht. Auf der ersten (Test-) Veranstaltung vor vier Jahren wurde auch noch von oben geblasen. Nur unten hörte man kaum etwas. Also verlegten wir alles nach unten. Heute ist diese Veranstaltung ein absolutes Muss", sagte Klaus Lehne. "Es ist eine Gemeinschaftsproduktion, eine sehr schöne." Auch Renate Schau aus Wiesbaden ist begeistert. Was ihr hier gefällt? "Die Stimmung ist gut, das ganze Flair ist einfach schön." Währenddessen tönt es von den Bläsern "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit".