"Vorweihnachtliche Wasserspiele"

08.12.2009 - KASTEL

Von Oliver Kreft

TURMBLASEN Rund 250 Besucher trotzen der nasskalten Witterung an der Erbenheimer Warte

Atmosphärischer und stimmungsvoller den zweiten Advent zu begehen geht kaum: Bereits zum fünften Mal fand am erleuchteten Erbenheimer Wartturm das von der Gesellschaft für Heimatgeschichte Kastel und den Freunden der Erbenheimer Warte initiierte Turmblasen statt.

Zu "vorweihnachtlichen Wasserspielen" begrüßte der zweite Vorsitzende der Gesellschaft für Heimatgeschichte, Klaus Lehne, augenzwinkernd rund 250 Besucher beim Turmblasen. Sich mit einer Tasse Glühwein wärmend trotzten die Zuschauer dem nasskalten Wetter. Es dürfte auch der Grund dafür gewesen sein, dass die rekordverdächtige Besucherzahl vom Vorjahr - da wurden rund 400 Personen gezählt - diesmal unerreicht blieb.

Dennoch: Im Jahr des fünften Bestehens ist das Turmblasen laut Lehne "zu einer festen und nicht mehr weg zu denkenden Einrichtung" geworden, die "auf die ganz alte Tradition des Turmblasens im Mittelalter" zurückgeht. Wie der zweite Vorsitzende sagte, sei dieser Brauch allerdings auf der Erbenheimer Warte damals nie praktiziert worden.

Im ersten Jahr des Turmblasens hätten die Musizierenden übrigens "aus den Türmen heraus", aber leider "über die Köpfe der Menschen hinweg" - also klanglich nicht optimal - in ihre Hörner gestoßen, erinnerte Lehne an die Anfänge der noch jungen Tradition.

Neben dem Glühwein wärmte aber vor allem das musikalisch Gebotene die Herzen von innen: Das Turmbläserquintett unter Leitung von Christian Steuber, eine Abteilung des Kostheimer Musikvereins Concordia, präsentierte sich glänzend aufgelegt.

Im Repertoire hatten sie echte Weihnachtsklassiker wie beispielsweise "Mach hoch die Tür die Tor macht weit", "Stille Nacht heilige Nacht" oder "Lasst uns froh und munter sein".

Im Anschluss an die Blechbläser stimmten die "Palettis", eine Damenchorgruppe, in Nikolausmontur Weihnachtslieder an. Das reichte von "Leise rieselt der Schnee" bis hin zu "Jingle Bells".

Dann schlug die Stunde des Nikolauses. Auf einer Kutsche, umgeben von strahlenden Kindern, kam er vorgefahren und verteilte Geschenke aus einem großen Sack und referierte mit tiefer, bebender Stimme über die mangelnde Tugenden, die der Nikolaus mit der Rute ahndet.

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Die Damenchorgruppe "Palettis" ganz stilecht in Nikolausmontur.